Gestern hat mein Herz noch einmal geschmerzt.
Mit meinem Infekt war ich nicht zu viel mehr in der Lage als TV zu schauen und war daher in diesem Moment direkt dabei. Das Seil und die anderen Details habe ich irgendwie nicht mitbekommen. Er war schon fast unten und hat sich dann wieder hoch gekämpft.
Als "Timmy" sich dann nach dem ersten Versuch in die oberste Ecke zurückzog, war da dieser Moment zwischen Hoffnung und Sorge.
Die leise Angst, dass er zu viel Kraft verliert, wenn er gegen das Gefälle ankämpft… und gleichzeitig die tiefe Sehnsucht, dass er loslassen kann.
Loslassen - dieses blinde Vertrauen, sich rückwärts ins Ungewisse gleiten zu lassen, ohne zu sehen, was kommt. Vielleicht ist es genau das, was uns Menschen ebenso so schwerfällt.
Ich fragte mich, ob er sich ein Stück weit an uns gewöhnt hat…
an die Stimmen, die Nähe, das Begleiten.
Und jetzt hoffe ich so sehr, dass der Sender uns noch ein Zeichen gibt - dass er seinen Weg findet, zurück in seine Welt, in seine Weite.
Und irgendwo, ganz still in mir, liegt noch eine andere Hoffnung: Dass diese Geschichte mehr hinterlässt als Schlagzeilen.
Dass sie etwas berührt.
Dass sie ein kleines Bewusstsein wachsen lässt – für das, was wir schützen sollten, für das, was größer ist als wir.
Mich hat es am Ende doch gepackt. Trotz aller eigenen Gedanken und Gefühle, trotz des Trubels, trotz des Medientheaters. Und ich war durchaus auch kritisch in meiner Haltung. Doch man konnte nicht zusehen meiner Meinung nach wie so ein prachtvolles Wesen über Wochen langsam und qualvoll stirbt.
Ich musste oft an diesen quälenden Tag mit meiner Katze denken, bevor wir endlich den Termin zum Einschläfern hatten. Und nur weil wir nicht sehen wie ein Tier qualvoll stirbt ist es nicht weniger schlimm - ich hoffe das auch das durch "Timmy" mehr Menschen ins Bewusstsein gekommen ist.
Denn manchmal reicht ein einziger Wal, um uns daran zu erinnern, wie tief wir fühlen können. Und was wirklich wichtig ist!